Aachen, 15. Februar 2009: Wie eine ökonomisch und ökologisch effiziente Transportplanung mit Hilfe des richtigen Softwaresystems funktionieren kann, das zeigte der Fachkongress „Green Logistics“, den die INFORM GmbH Anfang Februar in Essen veranstaltet hat. Interessante Praxisbeispiele bei der Thyssen Krupp Mill Services & Systems GmbH und der Claas Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH haben deutlich gezeigt, wie Unternehmen den Spagat zwischen zuverlässigen Abläufen und ökologischen Ansprüchen meistern.
„Ein effizienter Ressourceneinsatz bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Gütern leistet einen sehr großen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Sinne von Green Logistics“, erklärte Udo Nießen, Leiter des Geschäftsbereiches Systeme Logistik und Mitglied der Geschäftsleitung der INFORM GmbH. Mit dem Einsatz der INFORM-Software „SyncroTESS“ können Lkw-Transporte, Durchlaufzeiten und Frachtraten dauerhaft reduziert sowie Ladestellen, Park- sowie Pufferplätze optimal ausgelastet werden. „Die richtige Software hilft entscheidend dabei, vorhandene Ressourcen möglichst schonend zu verwenden und damit positive Effekte sowohl auf die Umwelt als auch auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu erzielen.“
Transportoptimierung bei ThyssenKrupp
Die ThyssenKrupp MillServices & Systems GmbH (TKMSS) setzt zur Neuorganisation des Betriebes ihrer Transporte und teuren Radladereinsätze auf die INFORM-Lösung SyncroTESS. Dabei bildet das System als bereichsübergreifendes Transportsteuerungstool die Vielfältigkeit der verwendeten Transportgüter und –arten vollautomatisch ab.
Ob Schüttgut-, Brammen- oder Schlackentransporte – die Softwarelösung SyncroTESS bearbeitet und optimiert das komplette im Rahmen der Metallerzeugung anfallende Aufgabenspektrum. ThyssenKrupp MillServices & Systems setzt außerdem zum Teil sehr teure Ressourcen wie die mächtigen Coil-Transporter ein. Hier wirken sich die Optimierungsmaßnahmen direkt auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens aus, denn diese Transporter verbrauchen im Betrieb vergleichsweise viel an umweltbelastenden Abgasen, Schmiermitteln oder Reifen.
Wirtschaftlichkeit im Praxisbetrieb nachgewiesen
„Neben der mittlerweile auch im Praxisbetrieb nachgewiesenen Wirtschaftlichkeit, bringen realisierte Effizienzgewinne hier auch sofort direkte ökologische Effekte mit sich“, erklärt Bernd Schnase, Leiter der TKMSS-Niederlassung Duisburg-Süd, in der gemeinsam mit dem Stahlhersteller HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH das SyncroTess-Pilotprojekt seit gut einem Jahr produktiv läuft. HKM liefert Vormaterial von Brammen- und Rundstrangguss an seine Gesellschafter Thyssen Krupp Steel AG, Salzgitter Mannesmann GmbH und Vallourec Mannesmann Tubes S.A., die daraus in ihren Weiterverarbeitungsbetrieben Fertigprodukte jeglicher Art herstellen. „Für uns erhöht die Transportoptimierung mit Hilfe der Inform-Softwarelösung die Klarheit innerhalb der Prozesse ganz erheblich – und reduziert den dafür notwendigen statistischen Aufwand“, so Schnase. Denn betroffen sind über alle TKMSS-Teilbereiche insgesamt immerhin rund 30.000 Transportrelationen pro Monat. „In diesem Ausmaß, in dem hier Transportumfänge vollautomatisch optimiert werden, ist dieses Projekt mit Sicherheit einmalig in der gesamten deutschen Stahlindustrie.“
SyncroTESS steuert und optimiert die Disposition des TKMSS-Fuhrparks. Dabei werden die Aufträge in ihrer Gesamtheit betrachtet und je nach Dringlichkeit sowie Entfernung einem entsprechenden Fahrzeug zugewiesen. Dies geschieht sowohl unter Berücksichtigung von Folgeaufträgen als auch des Zusammenspiels mehrerer Einzelaufträge - Transport und Verladung werden auf diese Weise eng miteinander verknüpft.
Claas Erntemaschinen steuert Montageversorgung im Werk
Bereits seit dem Jahr 2005 läuft die INFORM-Softwarelösung SyncroTESS auch bei der Claas Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH mit Sitz in Harsewinkel, ihres Zeichens immerhin Deutscher Logistikpreisträger des Jahres 2007. In einem ausgesprochen saisonal geprägten Geschäft optimiert SyncroTESS als Staplerleitsystem die komplette Montagever- und –entsorgung. „Diese sehr hohe Flexibilität in der Produktion mit einem ganz klaren Schwerpunkt auf dem ersten Halbjahr hat natürlich auch sehr direkte Auswirkungen auf die logistischen Prozesse“, sagte Norbert Bröckling, Leiter SCM-Planung bei Claas Erntemaschinen. Sämtliche Stapler sind an das INFORM-System angeschlossen.
„Unsere gesamte Staplerflotte hat sich mit der Einführung von SyncroTESS in ihrer Zusammensetzung fundamental verändert – hin zu sehr viel kleineren Fahrzeugen mit unterschiedlich langen Gabeln“, so Bröckling. Dies hat zum einen positive Effekte natürlich auch auf die Umwelt, zum anderen profitiert Claas von einem deutlich geringeren Platzbedarf innerhalb der Montagehalle.
Gestiegene Transparenz entlang des Materialflusses
„Der allergrößte Nutzenzuwachs liegt für uns allerdings in der nun sehr viel transparenteren Darstellung und Verfolgung des gesamten Materialflusses“, sagt Norbert Bröckling. „Dabei haben wir sowohl die Transparenz über die Bestände erhöht als auch die Materialverfügbarkeit an den Bändern gesteigert und einen optimalen Einsatz der Fahrer erreicht.“ Außerdem sei durch die Möglichkeit der direkten Verbuchung des Transportauftrages am Arbeitsplatz die Fehlerquote im Gesamtprozess beträchtlich gesunken. „Wir verlieren heute keine Kiste mehr.“ Bei etwa 2.200 Aufträgen, die Claas pro Tag mit SyncroTESS optimiert, hat dies signifikante Auswirkungen auf die Qualität – denn die Terminsicherheit am Band hat für den Erntemaschinenhersteller oberste Priorität.
Eine Besonderheit der Claas-Lösung liegt sicherlich in dem ausgesprochen hohen Vernetzungsgrad mit dem SAP-System, in dem eine Vielzahl unterschiedlichster Transporttypen hinterlegt werden musste. „Diese Schnittstelle zu SAP zu definieren, war die größte Herausforderung im Rahmen der gesamten SyncroTESS-Einführung“, resümiert SCM-Leiter Bröckling.
